Datensicherung: taeglicher Stand und geprueft Wiederherstellung

Bisher gab es keine Sicherung. Ein Plattenfehler oder ein falsches
DELETE haette Kunden, Projekte, Zahlungen und Widerrufsnachweise
endgueltig gekostet.

sicherung.sh legt taeglich einen Stand an -- mit SQLites eigenem
".backup", nicht mit "cp". Der Grund ist messbar: Die Datenbank ist
778 KB gross, ihr WAL 4,1 MB. Eine Kopie der .db allein waere also
nicht bloss veraltet, sondern weitgehend leer. Ein Gegentest mit einer
frisch beschriebenen Datenbank zeigte 4 KB in der .db gegen 2,1 MB im
WAL.

Jeder Stand wird sofort nach dem Anlegen geprueft (integrity_check und
Mindestzahl an Tabellen) -- eine Sicherung, die niemand geoeffnet hat,
ist keine. 14 taegliche Staende, sonntags zusaetzlich ein Wochenstand,
8 davon: Eine still fortschreitende Verfaelschung faellt manchmal erst
nach Wochen auf, wenn alle taeglichen Staende sie schon enthalten.

wiederherstellen.sh geht den Weg zurueck: Sicherung erst pruefen, dann
Dienst anhalten, bisherigen Stand beiseiteraeumen statt loeschen,
einspielen, Dienst starten und nachsehen, ob er laeuft.

Am Server geprueft: 44 Tabellen gegen das Original verglichen, 0
Abweichungen; 7 von 7 Uploads im Archiv; Rotation 17 -> 14 entfernt
genau die aeltesten; Wiederherstellung spielte 100 Kunden ueber 300 und
rettete die 300 nach beiseite.

Eine Annahme wurde dabei widerlegt und der Kommentar entsprechend
korrigiert: Ein zurueckgelassenes WAL vermischt NICHT zwei Staende --
SQLite erkennt an der Kennung, dass es nicht dazugehoert, und verwirft
es. Der echte Schutz ist das Anhalten des Dienstes.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <[email protected]>
This commit is contained in:
2026-08-26 00:25:11 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
parent 2e2172202e
commit d62ff53062
2 changed files with 277 additions and 0 deletions
+125
View File
@@ -0,0 +1,125 @@
#!/bin/bash
# =====================================================================
# Taegliche Sicherung des internen Bereichs.
#
# WARUM NICHT EINFACH "cp"
#
# SQLite schreibt im WAL-Betrieb nicht direkt in die .db-Datei, sondern
# zuerst in eine Begleitdatei (.db-wal). Auf diesem Server ist dieses
# WAL 4,1 MB gross -- also groesser als die Datenbank selbst mit
# 778 KB. Eine Kopie der .db allein waere damit nicht bloss veraltet,
# sondern unvollstaendig: Alles seit dem letzten Zusammenfuehren fehlt.
#
# Kopiert man beide Dateien nacheinander, waehrend geschrieben wird,
# passen sie ausserdem womoeglich nicht zusammen -- das Ergebnis ist
# eine Datei, die erst beim Wiederherstellen als kaputt auffaellt. Und
# das ist der schlechteste Zeitpunkt.
#
# ".backup" macht es richtig: Der Befehl kennt das WAL, sperrt sauber
# und liefert einen in sich stimmigen Stand, auch waehrend der Dienst
# weiterlaeuft.
#
# WAS GESICHERT WIRD
# - die Datenbank (Kunden, Projekte, Zahlungen, Widerrufsnachweise)
# - die hochgeladenen Dateien (rund 16 MB)
#
# Beides gehoert zusammen: Eine Datenbank, die auf Dateien verweist, die
# es nicht mehr gibt, ist nur die halbe Wiederherstellung.
# =====================================================================
set -uo pipefail
QUELLE_DB="/var/lib/dogfather-internal/dogfather-internal.db"
QUELLE_UPLOADS="/var/lib/dogfather-internal/uploads"
ZIEL="/var/backups/dogfather"
PROTOKOLL="$ZIEL/sicherung.log"
# Wie viele Staende aufbewahrt werden.
TAEGLICH=14
WOECHENTLICH=8
melde() {
echo "$(date '+%Y-%m-%d %H:%M:%S') $*" >> "$PROTOKOLL"
echo "$*"
}
fehler() {
melde "FEHLER: $*"
exit 1
}
mkdir -p "$ZIEL/taeglich" "$ZIEL/woechentlich" || fehler "Zielverzeichnis nicht anlegbar"
STEMPEL=$(date '+%Y-%m-%d')
ARBEIT="$ZIEL/taeglich/$STEMPEL"
mkdir -p "$ARBEIT"
# ---------------------------------------------------------------------
# 1. Datenbank
# ---------------------------------------------------------------------
[ -f "$QUELLE_DB" ] || fehler "Datenbank nicht gefunden: $QUELLE_DB"
sqlite3 "$QUELLE_DB" ".backup '$ARBEIT/dogfather-internal.db'" \
|| fehler "Sicherung der Datenbank fehlgeschlagen"
# Eine Sicherung, die niemand geprueft hat, ist keine Sicherung.
# Der Test kostet Sekunden und beantwortet die einzige Frage, auf die es
# im Ernstfall ankommt: Laesst sich die Datei ueberhaupt oeffnen?
PRUEFUNG=$(sqlite3 "$ARBEIT/dogfather-internal.db" "PRAGMA integrity_check;" 2>&1)
[ "$PRUEFUNG" = "ok" ] || fehler "Sicherung ist beschaedigt: $PRUEFUNG"
# Gegenprobe auf Inhalt: Eine formal heile, aber leere Datei waere der
# stillste aller Datenverluste.
TABELLEN=$(sqlite3 "$ARBEIT/dogfather-internal.db" \
"SELECT count(*) FROM sqlite_master WHERE type='table';" 2>/dev/null)
[ "${TABELLEN:-0}" -gt 5 ] || fehler "Sicherung enthaelt nur $TABELLEN Tabellen -- zu wenig"
# ---------------------------------------------------------------------
# 2. Hochgeladene Dateien
# ---------------------------------------------------------------------
if [ -d "$QUELLE_UPLOADS" ]; then
tar -czf "$ARBEIT/uploads.tar.gz" -C "$(dirname "$QUELLE_UPLOADS")" \
"$(basename "$QUELLE_UPLOADS")" 2>/dev/null \
|| fehler "Sicherung der Dateien fehlgeschlagen"
tar -tzf "$ARBEIT/uploads.tar.gz" > /dev/null 2>&1 \
|| fehler "Dateisicherung ist nicht lesbar"
else
melde "Hinweis: kein Upload-Verzeichnis vorhanden"
fi
GROESSE=$(du -sh "$ARBEIT" | cut -f1)
melde "Sicherung $STEMPEL angelegt ($GROESSE, $TABELLEN Tabellen)"
# ---------------------------------------------------------------------
# 3. Wochenstand
#
# Sonntags wandert eine Ausfertigung in die laengere Aufbewahrung. Der
# Grund ist nicht Platz, sondern Zeit: Ein Fehler, der eine Datenbank
# still verdirbt, faellt manchmal erst nach Wochen auf -- und dann sind
# vierzehn taegliche Staende alle schon vom selben Fehler betroffen.
# ---------------------------------------------------------------------
if [ "$(date '+%u')" = "7" ]; then
cp -r "$ARBEIT" "$ZIEL/woechentlich/$STEMPEL" 2>/dev/null \
&& melde "Wochenstand $STEMPEL abgelegt"
fi
# ---------------------------------------------------------------------
# 4. Alte Staende entfernen
# ---------------------------------------------------------------------
entferne_alte() {
local ordner="$1" behalten="$2"
local anzahl
anzahl=$(find "$ordner" -mindepth 1 -maxdepth 1 -type d | wc -l)
if [ "$anzahl" -gt "$behalten" ]; then
find "$ordner" -mindepth 1 -maxdepth 1 -type d -printf '%f\n' \
| sort | head -n "$((anzahl - behalten))" \
| while read -r alt; do
rm -rf "${ordner:?}/$alt" && melde "alten Stand entfernt: $alt"
done
fi
}
entferne_alte "$ZIEL/taeglich" "$TAEGLICH"
entferne_alte "$ZIEL/woechentlich" "$WOECHENTLICH"
melde "fertig"
exit 0
+152
View File
@@ -0,0 +1,152 @@
#!/bin/bash
# =====================================================================
# Wiederherstellung aus einer Sicherung.
#
# Aufruf: sudo bash wiederherstellen.sh 2026-08-26
# sudo bash wiederherstellen.sh (zeigt die Auswahl)
#
# WARUM ES DIESES SKRIPT GIBT
#
# Wiederherstellen passiert immer im schlechtesten Moment: Etwas ist
# kaputt, es eilt, und man tippt Befehle, die man seit Monaten nicht
# gebraucht hat. Genau dann werden Fehler gemacht, die den Schaden
# vergroessern. Deshalb ist der Weg hier einmal in Ruhe aufgeschrieben
# und geprueft worden.
#
# DIE BEGLEITDATEIEN
#
# Neben der Datenbank liegen ".db-wal" und ".db-shm". Beide werden hier
# mit beiseitegeraeumt.
#
# Zur Ehrlichkeit: Das wurde nachgemessen, und SQLite schuetzt sich
# dagegen besser als oft behauptet. Jedes WAL traegt eine Kennung, die
# zu seiner Datenbank passen muss; stimmt sie nicht, wird das WAL
# verworfen statt angewendet. Ein zurueckgelassenes WAL fuehrt also in
# aller Regel NICHT zur gefuerchteten Vermischung zweier Staende.
#
# Der Grund fuers Aufraeumen ist ein anderer, und der ist real: Solange
# der Dienst laeuft, haelt er die alte Datenbank offen. Tauscht man die
# Datei unter ihm aus, schreibt er weiter -- gegen eine Datei, die es so
# nicht mehr gibt. Deshalb ist Schritt 2 (Dienst anhalten) der
# eigentliche Schutz, und das Wegraeumen der Begleitdateien sorgt
# dafuer, dass danach ein sauberer, eindeutiger Zustand vorliegt statt
# Resten, die beim naechsten Problem niemand mehr einordnen kann.
#
# NICHTS WIRD GELOESCHT
#
# Der bisherige Stand wird nicht ueberschrieben, sondern zur Seite
# gelegt. Stellt sich heraus, dass die Wiederherstellung die falsche
# Entscheidung war, ist der Weg zurueck noch offen.
# =====================================================================
set -uo pipefail
ZIEL_DB="/var/lib/dogfather-internal/dogfather-internal.db"
ZIEL_UPLOADS="/var/lib/dogfather-internal/uploads"
SICHERUNGEN="/var/backups/dogfather"
DIENST="dogiintern.service"
if [ "$(id -u)" != "0" ]; then
echo "Bitte mit sudo starten -- sonst koennen Rechte und Dienst nicht gesetzt werden."
exit 1
fi
STAND="${1:-}"
if [ -z "$STAND" ]; then
echo "Verfuegbare Staende:"
echo
echo " taeglich:"
ls -1 "$SICHERUNGEN/taeglich" 2>/dev/null | sort -r | sed 's/^/ /'
echo " woechentlich:"
ls -1 "$SICHERUNGEN/woechentlich" 2>/dev/null | sort -r | sed 's/^/ /'
echo
echo "Aufruf: sudo bash $0 <Datum>"
exit 0
fi
QUELLE=""
for ordner in "$SICHERUNGEN/taeglich/$STAND" "$SICHERUNGEN/woechentlich/$STAND"; do
[ -d "$ordner" ] && QUELLE="$ordner" && break
done
[ -n "$QUELLE" ] || { echo "Stand '$STAND' nicht gefunden."; exit 1; }
echo "Stand: $QUELLE"
# ---------------------------------------------------------------------
# 1. Die Sicherung PRUEFEN, bevor irgendetwas angefasst wird
#
# Erst pruefen, dann eingreifen. Andersherum stuende man mit einem
# gestoppten Dienst und einer unbrauchbaren Sicherung da.
# ---------------------------------------------------------------------
[ -f "$QUELLE/dogfather-internal.db" ] || { echo "Keine Datenbank in diesem Stand."; exit 1; }
PRUEFUNG=$(sqlite3 "$QUELLE/dogfather-internal.db" "PRAGMA integrity_check;" 2>&1)
[ "$PRUEFUNG" = "ok" ] || { echo "Diese Sicherung ist beschaedigt: $PRUEFUNG"; exit 1; }
TABELLEN=$(sqlite3 "$QUELLE/dogfather-internal.db" \
"SELECT count(*) FROM sqlite_master WHERE type='table';")
echo "Geprueft: unversehrt, $TABELLEN Tabellen"
echo
read -r -p "Diesen Stand einspielen? Der aktuelle wird beiseitegelegt. [ja/nein] " ANTWORT
[ "$ANTWORT" = "ja" ] || { echo "Abgebrochen."; exit 0; }
BEISEITE="/var/backups/dogfather/vor-wiederherstellung-$(date '+%Y-%m-%d_%H%M%S')"
mkdir -p "$BEISEITE"
# ---------------------------------------------------------------------
# 2. Dienst anhalten
#
# Eine Datenbank auszutauschen, waehrend ein Programm sie offen haelt,
# fuehrt zu genau der Vermischung, die oben beschrieben ist.
# ---------------------------------------------------------------------
systemctl stop "$DIENST" && echo "Dienst angehalten"
sleep 1
# ---------------------------------------------------------------------
# 3. Bisherigen Stand beiseiteraeumen -- samt Begleitdateien
# ---------------------------------------------------------------------
BESITZER=$(stat -c '%U:%G' "$ZIEL_DB" 2>/dev/null || echo "root:root")
for datei in "$ZIEL_DB" "$ZIEL_DB-wal" "$ZIEL_DB-shm"; do
[ -f "$datei" ] && mv "$datei" "$BEISEITE/" && echo "beiseite: $(basename "$datei")"
done
if [ -d "$ZIEL_UPLOADS" ] && [ -f "$QUELLE/uploads.tar.gz" ]; then
mv "$ZIEL_UPLOADS" "$BEISEITE/uploads" && echo "beiseite: uploads"
fi
# ---------------------------------------------------------------------
# 4. Einspielen
# ---------------------------------------------------------------------
cp "$QUELLE/dogfather-internal.db" "$ZIEL_DB"
chown "$BESITZER" "$ZIEL_DB"
chmod 640 "$ZIEL_DB"
echo "Datenbank eingespielt"
if [ -f "$QUELLE/uploads.tar.gz" ]; then
tar -xzf "$QUELLE/uploads.tar.gz" -C "$(dirname "$ZIEL_UPLOADS")"
chown -R "$BESITZER" "$ZIEL_UPLOADS"
echo "Dateien eingespielt ($(find "$ZIEL_UPLOADS" -type f | wc -l) Stueck)"
fi
# ---------------------------------------------------------------------
# 5. Dienst starten und nachsehen, ob er auch laeuft
# ---------------------------------------------------------------------
systemctl start "$DIENST"
sleep 3
if systemctl is-active --quiet "$DIENST"; then
echo
echo "Fertig. Der Dienst laeuft."
echo "Der vorherige Stand liegt in: $BEISEITE"
echo "Bitte im Verwaltungsbereich nachsehen, ob die Daten stimmen,"
echo "bevor dieser Ordner geloescht wird."
else
echo
echo "ACHTUNG: Der Dienst startet nicht."
echo " systemctl status $DIENST"
echo "Der vorherige Stand liegt unversehrt in: $BEISEITE"
exit 1
fi